Konzept

Vision Statement

Meine Vision ist eine Welt, in der gesundes, veganes Essen für alle zugänglich ist – ohne Verschwendung von Reccourcen. Mit Knolle und Kelle soll ein Ort geschaffen werden, an dem regionale Zutaten, solidarische Gemeinschaft und verantwortungsvolle Ernährung Hand in Hand gehen.

Mission Statement

Mit Knolle und Kelle wird eine solidarische Kantine geschaffen, in der durch verbindliche Teilhabe und lokale Zutaten Lebensmittelverschwendung vermieden, eine faire und klimafreundliche Ernährung für alle ermöglicht und gemeinschaftliche Verantwortung gelebt wird.

Kerngedanke

Knolle und Kelle ist eine Gemeinschaftskantine, in der sich alle Teilnehmenden vorab verbindlich anmelden und dadurch ermöglichen, dass exakt so viel produziert wird, wie tatsächlich benötigt wird. Auf diese Weise entsteht ein ressourcenschonendes, transparentes System, das konsequent auf regional angebaute, biologisch und biodynamisch produzierte Zutaten sowie eine möglichst abfallfreie Zubereitung setzt.

Probleme welche Knolle und Kelle adressiert

Aufgrund mangelnder Planbarkeit in vielen konventionellen Kantinen und Essensangeboten entsteht häufig ein Überangebot, das zu erheblicher Lebensmittelverschwendung führt. Gleichzeitig fehlt es in Dessau an schmackhaften, gesundheitsfördernden Alternativen, die ethischen und ökologischen Ansprüchen entsprechen. Knolle und Kelle will diesem Defizit entgegenwirken und gleichzeitig dafür sorgen, dass nur so viel Essen produziert wird, wie tatsächlich nachgefragt wird.

Zielgruppe

Knolle und Kelle richtet sich an Menschen, die einen weitgehend planbaren Alltag haben und im Voraus wissen, dass sie regelmäßig in Dessau sind und dort zu Mittag essen möchten. Dazu gehören beispielsweise Berufstätige, Studierende oder Pendler*innen, denen Ernährung wichtig ist und die durch selbstbestimmten Konsum einen verantwortungsvollen ökologischen Fußabdruck hinterlassen wollen.

Besonderheiten gegenüber herkömmlichen Kantinen

Im Gegensatz zu konventionellen Kantinen, in denen oft große Mengen im Voraus zubereitet werden, ohne genau zu wissen, wie viele Gäste tatsächlich kommen, und dadurch erhebliche Überschüsse entstehen, setzt Knolle und Kelle auf eine verbindliche Voranmeldung der Gäste. Durch dieses System kann der Einkauf der Zutaten besser geplant und jede Mahlzeit mit einem Minimum an Abfall zubereitet werden.
Darüber hinaus basiert das gesamte Konzept auf einer veganen Ausrichtung, um sowohl tierethischen als auch ökologischen Ansprüchen konsequent gerecht zu werden. Geplant ist ein vielfältiges Angebot an saisonalen pflanzlichen Gerichten.

Zahlungs- und Verpflichtungsmodell

Damit bedarfsgerecht geplant werden kann, verpflichten sich die Beteiligten für eine bestimmte Saison – zum Beispiel für die Dauer der Anbauzyklen der ausgewählten Kulturen, die in der Regel etwa sechs Monate betragen. Dieser feste Zeitraum soll es ermöglichen, bestimmte Zutaten lokal anzubauen, ohne Überschüsse zu riskieren. Zur finanziellen Absicherung von Personal, Miete und Einkauf leisten die Teilnehmenden zunächst eine Anzahlung in Höhe von 50% der voraussichtlichen Gesamtsumme. Der Restbetrag wird auf die Monate verteilt und jeweils zu Monatsbeginn beglichen.

Herausforderungen

Eine große Herausforderung besteht darin, genügend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu gewinnen, damit sich alle Kosten decken lassen und das Essen zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Bei einer zu kleinen Gruppe steigen die Kosten für den Einzelnen, während bei einer größeren Gruppe die Gemeinschaft profitiert und Skaleneffekte erzielt werden können.
Ein weiteres Risiko ist die Verlässlichkeit der Teilnehmenden, da kurzfristige Absagen oder verspätete Zahlungen die sorgfältige Planung gefährden.
Auch die Personalsuche kann sich als schwierig erweisen, da ein Team benötigt wird, das nicht nur Kochkenntnisse, sondern auch Offenheit für das solidarische und vegane Konzept mitbringt. Dennoch bietet das Modell durch eine verbindliche Voranmeldung und eine geplante klare Kostenstruktur gute Voraussetzungen, diesen Risiken vorzubeugen und langfristig stabile Abläufe zu schaffen.

Lösungsmöglichkeiten und Strategien

Um genügend Teilnehmende zu gewinnen, setzt Knolle und Kelle auf verschiedene Werbekanäle wie Flyer, Aushänge, E-Mail-Verteiler und Social Media. Zum Auftakt findet ein Kennenlerntreffen mit Verkostung statt, um das Konzept und die Gerichte vorzustellen, Fragen zu beantworten und weitere Ideen zu sammeln. Die verbindliche Voranmeldung in Verbindung mit einer Teilvorauszahlung schafft finanzielle Planungssicherheit und reduziert das Ausfallrisiko.
Bei der Personalsuche setzt Knolle und Kelle auf Transparenz, faire Arbeitsbedingungen und Mitspracherechte, um Menschen anzusprechen, die sich aktiv für eine nachhaltige und ethische Ernährung einsetzen wollen.
Um eine verlässliche Essensplanung zu gewährleisten, setzt das Projekt zudem auf eine klare Kommunikation und faire Vertragsgestaltung, die das gegenseitige Vertrauen zwischen Teilnehmenden und Unternehmen stärkt.

Organisatorische Überlegungen

Knolle und Kelle strebt eine Organisationsform an, die eine möglichst breite Mitbestimmung ermöglicht und gleichzeitig zentrale Werte – wie die vegane und nachhaltige Ausrichtung – verbindlich festschreibt. Eine Genossenschaft bietet sich an, da sie die Mitbestimmung der Mitglieder fördert, während ein zusätzliches Kontrollorgan (eine Art ‚Veto-Instanz‘) sicherstellt, dass Grundprinzipien wie die vegane Ausrichtung nicht durch Mehrheitsbeschlüsse verwässert werden. Auf diese Weise können sich die Beteiligten aktiv an der Weiterentwicklung der Mensa beteiligen, ohne dass die Kernidee des Projekts gefährdet wird. Regelmäßige Treffen und offene Protokolle sollen sicherstellen, dass wichtige Entscheidungen transparent getroffen werden und alle Beteiligten nachvollziehen können, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt.

Zeitplan

Um den Start der Kantine optimal an die regionalen Anbauzyklen anzupassen, werden in den kommenden Monaten die wichtigsten Schritte umgesetzt. Zunächst wird das Konzept inklusive Kostenkalkulation fertiggestellt und die Gespräche mit den Landwirt*innen intensiviert, um rechtzeitig Anbauflächen und Liefermengen zu planen. Danach beginnt die Werbephase mit Flyern, Plakaten, E-Mail-Verteiler und Social Media, die in einem Kennenlerntreffen mit Verkostung mündet. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, das Projekt näher kennen zu lernen und sich verbindlich anzumelden. Sobald die Teilnehmenden feststehen, wird die finale Einkaufs- und Personalplanung abgeschlossen. Im Anschluss werden einige Testläufe mit zunehmender Dauer durchgeführt, um den Betrieb zu erproben und anzupassen.

Fazit und Ausblick

Knolle und Kelle verfolgt das Ziel, eine solidarische, vegane Gemeinschaftskantine aufzubauen, in der durch verbindliche Vorbestellungen Lebensmittelverschwendung minimiert, regionale bio- bzw. biodynamische Anbaumethoden gefördert und faire Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Durch eine klare Organisationsform, transparente Kommunikation und regelmäßige Treffen soll allen Beteiligten die Möglichkeit gegeben werden, das Projekt aktiv mitzugestalten, wobei ein Wertekern – insbesondere die vegane Ausrichtung – fest verankert bleibt. In den kommenden Monaten stehen die konkrete Planung und die Gewinnung von Mitwirkenden im Vordergrund, um die Kantine zu einem Ort zu machen, an dem verantwortungsvoller Konsum, gesunde Ernährung und gemeinschaftliches Handeln zusammenkommen.